female short cuts

Am 25.11.2017 fanden zum 14. Mal die female short cuts statt.

Das dreieinhalbstündige Programm vereint Erzählkino und Experimentalfilm, Animation und Dokumentation und trägt damit der Vielfalt der Kurzfilmszene Rechnung. Die Veranstaltung, die Kunst und Unterhaltung verbindet, füllt eine Lücke im umfangreichen Düsseldorfer Kinoprogramm. Denn sie gibt deutschen wie ausländischen Filmemacherinnen ein wichtiges Forum.
Die bunte Mischung aus Filmen, die unterhaltend sind und doch zum Nachdenken anregen, hat in den vergangenen Jahren eine breite Resonanz und ein begeistertes Publikum gefunden – und dies über die Stadtgrenzen hinaus. Die Konzeption dieses 14. Kurzfilmabends hat Bewährtes fortgesetzt und neue Impulse gegeben.

Programm 2017

Samira
Regie: Charlotte A. Rolfes, Deutschland 2016, dt. OF, 16’28 Min.
Ein Dolmetscher soll bei einem Polizeieinsatz am Hamburger Hafen einer verzweifelten Afrikanerin helfen. Ein Routinejob, der plötzlich weit über das hinausgeht, was er sich vorgestellt hat.

Call of Beauty
Regie: Brenda Lien, Deutschland 2016, dt. OF, 8’40 Min.
Zwei Freundinnen betreiben einen Schmink-Kanal auf Youtube. Im Dschungel von Schönheitswahn, Beauty-Industrie und Produktplatzierung stellt sich die Frage, ob Youtube noch das freie Medium ohne Grenzen ist, oder ob es schon längst zu einer Tyrannei der Klicks, Likes und Follower geworden ist, in der mit Authentizität gehandelt und mit Wahrheiten gespielt wird.

Sabaku
Regie: Marlies van der Wel, Niederlande 2016, Animation, 2’20 Min.
Als Sabaku’s bester Freund Büffel umfällt, macht er sich auf die Suche nach einem neuen Freund. Er versucht, mit verschiedenen Spezies in Kontakt zu treten, merkt aber schnell, dass das nicht so einfach ist, wie gedacht. Es ist ein Höllentrip, aber Sabaku wird nicht ruhen, bis er Erfolg hat.

Yes I rode here
Regie: Rachel Brown, USA 2015, eng. OF, 10’10 Min.
Winter in New York City
Sechs Frauen ziehen sich warm an und erzählen dabei, warum Fahrradfahren im Winter den Aufwand und das Risiko wert ist.

Blake
Regie: Shamila Lengsfeld, D 2017, dt. OF, 18’00 Min.
Die Zukunft wird beherrscht von einem totalitären Überwachungsstaat, der Menschen mit Superkräften auszurotten versucht. Doch einige dieser Supermenschen kämpfen im Verborgenen gegen das System. Blake ist solch eine Heldin. Doch bei ihrem aktuellen Versuch, einige Passanten zu retten, wird sie von den Wächtern erwischt.
Das Sci-Fi-Action-Drama stammt von der Kölner Regisseurin und Produzentin Shamila Lengsfeld.

Tipping Point
Regie: Stephanie Young, Can 2016, engl. OF, 7’00 Min.
Eine unerwartete Umgebung bietet einer schüchternen Barista eine lang ersehnte Gelegenheit

Oh-be-joyful
Regie: Susan Jacobson, GB 2015, engl. OF, 13’00 Min.
Die schüchterne Sophie kümmert sich um ihre schwerkranke Großmutter Rita – oder ist es doch eher anders herum?

Zarpazo – The Blow
Regie: Nerea Castro, E 2017, sp. mit eng. UT, 14’00 Min.
Xara fährt allein in die Berge, um ihre Freundin Mar aus einer einsamen Hütte im Wald abzuholen.
Die spanische Künstlerin Nerea Castro hat mehr als 15 Jahre lang Regieassistenz gemacht und erhielt 2014 einen Masterabschluss in Kreativem Dokumentarfilm. Entsprechend natürlich sieht ihr Film aus, den sie geschrieben, produziert und Regie geführt hat.

Halmaspiel
Regie: Betina Kuntzsch, D 2017, dt. OF, 15’00 Min.
Der Kurzfilm „Halmaspiel“ erzählt mit animierten Fundstücken aus dem Familienfundus über das Leben meiner Mutter, einer Modegestalterin in der DDR.
Ihr Gesellenstück als Schneiderin aus den Fünfzigerjahren hat sie aufbewahrt, ebenso Aquarelle mit Modeentwürfen der Diplomarbeit.
Animationssequenzen von Spielfiguren, Stoffblumen, Modezeichnungen, Schnittmustern, autobiografischen Notizen, Papiertüten, Prozessakten sowie medizinischen Bildern schichten sich in dieser filmischen Collage. Sie beschreiben eine Biografie im 20. Jahrhundert: Das Aufwachsen in der NS-Zeit, die Jugend im Nachkriegsdeutschland, den Mauerbau und das Leben in der DDR sowie nach dem Mauerfall im vereinten Deutschland. Es ist eine Geschichte von Flucht und Anpassung, Mitspielen und Zweifeln.

Tear of the Peoney
Regie: Yuxi Li, CN 2016, mit eng. UT, 15’00 Min.
In der Ming-Dynastie leben die beiden Mädchen Feder und Phönix zurückgezogen in den Bergen. Eines Tages geht Phönix ohne Grund, aber mit dem Versprechen, in drei Jahren zur Blüte der Pfingstrosen wiederzukehren. Drei Jahre später erhält Feder tatsächlich Besuch…
Die Regisseurin, Ko-Autorin und Ko-Produzentin Yuxi Li erzählt eine historische Romanze mit wunderbarer Ausstattung und einem Schwertkampf im Bambushain.

Violet and June
Regie: Linnea Ritland, CDN 2017, eng OF, 6’00 Min.
Violet und June sind beste Freundinnen und Violet ist in June verliebt. Die Jugendliche hat ihr auch einen Brief geschrieben. Aber es scheint nie die richtige Zeit zu sein, ihn zu überreichen. Zudem hat June einen Freund. Aber das eine Mal, als er da ist, platzt das Gefühl aus Violet heraus.
Die süße romantische Komödie der Autorin, Regisseurin und Ko-Produzentin Linnea Ritland ist witzig und ein bunter Mix mit Animationselementen.

Oh, I get it
Regie: Sara McCaslin, USA 2015, engl. OF, 9’00 Min.
In dieser Doku der beiden queeren Filmemacherinnen sprechen vier lesbisch-genderqueere Komödiantinnen und Slam-Poetinnnen aus den USA über ihre Motivationen, Stand-Up-Comedy zu machen. Viele von ihnen kritisieren die weiße, männliche Häme, die sie an vielen Orten erfahren. Deswegen arbeiten sie gerne in queeren Umfeldern.